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Hirschberg


Hinweis: Die Markierungen in GoogleMaps haben keinen Anspruch auf Genauigkeit und dienen nur zur Übersicht

Klima

In den Bayerischen Alpen fiel die Erwärmung in den letzten 50 Jahren doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt. Erwärmung vor allem in den Wintermonaten.

Die Jahresniederschlagsmenge bleibt auf ähnlich hohem Niveau. Jedoch Rückgang im Sommer mit längeren Trockenphasen, unter denen vor allem die Fichte zu leiden hat. Zunahme von Niederschlägen im Winter und häufigere Starkregenereignisse. Durch wärmere Wintermonate kommt mehr Niederschlag als Regen statt als Schnee. Der Wald wird als Wasserspeicher wichtiger. Die Schneedecke fällt geringer aus, somit fließt erheblicher Teil des Niederschlags sofort ab. Dies führt zur Hochwassergefahr.

Naturnahe Wälder mit einer gebietsheimischen Baumartenzusammensetzung sind stabiler gegenüber klimatischen Veränderungen.

Die Fichte gilt als besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen. In der montanen und subalpinen Stufe (natürliches Verbreitungsgebiet) herrschen wesentlich geringere Anfälligkeit.

Geologie

Teils labiles Gelände durch Flysch, Verwitterungsschutt und glaziale Ablagerungen, besonders im Bereich der Höfle-Alp (semirelikter Schuttstrom). Der Hirschberg selbst besteht aus relativ kompaktem Kalkalpin.

Viel Wasser durch Quellaustritte und fehlender Waldbestockung. Die Grünlandnutzung schützt den Boden vor Abtrag. Überbeweidung kann aber zu Trittschäden führen, welche Angriffspunkte für Erosion darstellen können. Starke Erosion im Randbereich von Gewässern bei Starkregen und Hochwasserereignissen.

Der Flächennutzungsplan formuliert für die Forstwirtschaft die ZIele, Wald zu begründen oder zu stabilisieren um den Schutz der Alpflächen und der Tallagen vor Erosion zu erhöhen und schädlichen Abfluss von Oberflächenwasser zu verringern.

Waldzustand & Situation im Gebiet

Der Bergmischwald war ursprünglich im gesamten Gemeindegebiet (!) zusammengesetzt aus 45 % Fichte, 25 % Tanne und 30 % Buche. Durch menschliche Eingriffe (u.a. starke Holznutzung vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert durch Kohlerei / Erzverhüttung und Schmieden) änderte sich die Zusammensetzung in 70 % Fichte, Buche und Tanne zwischen 6 und 17 %, Rest sonstige Baumarten.

Heute stehen im Bereich Hirschberg, laut den Forstbetriebsplänen der Wald- und Weidegenossenschaften (WWG), 80 -90 % Fichte, 0,5 % Tanne, 2 % Buche und 5 % sonstige Laubbaumarten (überwiegend Weißerle). Die Verjüngung weißt hohen Anteil an Laubbaumarten auf (60 %), welche vor allem auf den ehemaligen Sturm- und Käferflächen zu finden sind. Hier dominieren neben Bergahorn viele Pioniergehölze, wie Erle und Birke. Rund 40 % der Fläche ist mit Wald bestockt, der älter ist als120 Jahre. Holznutzung findet nur im alten Holz statt.

Da die gerade in Fichtenbeständen wichtige Pflegeeingriffe/Durchforstungen wegen der schlechten Rendite kaum stattfinden herrschen große Pflegerückstände! Sie sind ein Grund, warum die Fichtenbestände so labil sind. Eingriffe in diese labilen Bestände sind mit Risiken verbunden, jedoch bleibt die Option der natürlichen Verjüngung. Zum Teil finden sich zerfallene Bestände. Sie sind aus ökologischer Sicht interessant.

Wald-Weide wirkt sich negativ auf Naturverjüngung aus. Überwiegend durch Tritt und oberflächige Verdichtung. Eine konsequente Trennung der Weide von Wald ist anzustreben.

Die Jagd ist der wichtigster Faktor bei Naturverjüngung. Die Verbissbelastung der Mischbaumarten ist noch zu hoch um dauerhaft die Bestände durch Naturverjüngung stabilisieren zu können.

Maßnahmen

Konkrete forstliche Maßnahmen beschäftigen sich mit der Pflege, Hangentlastung gefährdeter Tobel, Wald-Verjüngung und Bejagungskonzepten.

Umsetzung

Die ersten Maßnahmen haben im Herbst 2009 begonnen.

Jagdkonzept Hirschberg

Jagdkonzept für 7 Projektgebiete der Bergwaldoffensive im Oberallgäu, Ausfertigung für das Projektgebiet Hirschberg. Stand Dezember 2011.
Download Jagdkonzept Hirschberg (pdf, 1,1 MB)

Partnergemeinde

Mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Bad Hindelang, www.badhindelang.de

Ansprechpartner & Projektleiter

Jochen Kunz - Revierleiter Forstrevier Sonthofen - Bad Hindelang
Mail: jochen.kunz@aelf-ke.bayern.de