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Sonnenköpfe


 Hinweis: Die Markierungen in GoogleMaps haben keinen Anspruch auf Genauigkeit und dienen nur zur Übersicht.

Lage

Das Projektgebiet befindet sich in den Gemeindegebieten der Stadt Sonthofen und des Marktes Oberstdorf und hat eine Größe von 2.500 ha. Dabei bildet die Kreisstraße OA 4 zwischen den Or­ten Reichenbach und Altstädten die westliche Begrenzung des Gebietes. Im Norden endet das Gebiet an der Straße Altstädten - Sonthofer Hof und folgt weiter dem Weg zur Straußberg-Hütte, der Straße zur Straußberg Alpe und von dort dem Weg zum Straußberg-Sattel.

Die östliche Be­grenzung bildet die Kammlinie der Sonnenköpfe vom Straußberg-Sattel bis zum Entschenkopf. Im Süden wird das Projektgebiet entlang einer Linie zwischen Entschenkopf und dem topografischen Punkt 1.188 und weiter dem Gaisbach folgend bis Reichenbach abgegrenzt. Den höchsten Punkt bildet der Entschenkopf mit 2.043 m. Der tiefste Punkt liegt mit 765 m am östlichen Ortsrand von Altstädten.

Geologie

Geologisch gesehen befindet sich das Projektgebiet im Überlappungsbereich Kreide (Rhenodanu­bischer Flysch mit unteren bunten Mergel, Ofterschwanger Schichten und Anteilen der Walser­bergserie / Arosa-Schichten) und Jungmoräne, im Süden auch in Teilen Hauptdolomit. De­mentsprechend abwechslungsreich und kleinstandörtlich unterschiedlich finden sich auch geolo­gische Grundlagen und Bodentypen.

Waldzustand und Situation im Gebiet

In den höheren Lagen des Projektgebietes (> 1.000 m ü. N.N.) dominieren alte Fichten(reine) Be­stände, die sich teilweise bereits in Auflösung befinden. Auch in den tieferen Lagen ist die Fichte überproportional stark vertreten. Auffällig und ungünstig sind die allgemeinen Pflegerückstände.

Die Bestände sind mit Forst- und Alpwegen erschlossen. Aufgrund der sehr steilen Hanglagen ist eine Feinerschließung selten und die Holzbringung erfolgt in der Regel durch Seilbahnen.

Besonderheiten:

Im Gebiet befinden sich Schutzwälder und Schutzwaldsanierungsflächen. Der Bereich gilt als Pa­radebeispiel für die Fichten-Problematik (überaltert, geschädigt, tws. standortsfremd) in Steilla­gen mit alten und trotz stetiger Nachpflanzung und Verbauung beständigen Schadflächen. Auf mehreren Flächen wirkt oberflächlich bereits Erosion.
Lawinengefahr besteht in erster Linie für Weideflächen (Alpweide). Die zahlreichen Tobel sind tief erodiert.

Problemstellung:
Der ursprünglich in den unteren und mittleren Lagen vorhandene Bergmischwald hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu Fichten-dominierten Beständen entwickelt. Diese sind weitgehend gekennzeichnet durch fehlende Pflege, durch hohen Anteil alter Bäume bei ausbleibender Ver­jüngung und durch Labilität. Den Anforderungen an Schutz- und Erholungsfunktionen können die­se Bestände ebenso wenig gerecht werden, wie der Erfüllung von wirtschaftlichen Erwartungen der Waldbesitzer. Aufgrund der topographischen Lage und den geologischen Verhältnissen ist da­von auszugehen, dass die Bestände im Projektgebiet durch den Klimawandel gefährdet sind.

Maßnahmen

Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, die Waldbesitzer, Bevölkerung, Naturschutz und Tourismus an die Waldfunktionen stellen, müssen die Bestände schnellst möglich in klimato­lerante Bergmischwälder umgebaut werden.

Mittelfristige Ziele:
- Verjüngung der alten Bestände
- Einbringung von Mischbaumarten
- Stabilisierung der Bestände durch verbesserte Raumstellung
- Förderung und Wiederherstellung der Waldfunktionen
- Stabilisierung des Geländes

Maßnahmen:
- Pflege, v.a. in Fichtenreinbeständen
- Hangstabilisierung in Tobelbereichen
- Durchforstungen
- Einleiten der Verjüngung
- Pflanzungen
- Schutzwaldsanierung
- Förderung kleinräumiger Strukturen
- Bejagungskonzepte
- Monitoring
- Forstbetriebsplanungen auch für Kleinprivatwald
- Feinerschließung

Umsetzung

Neben intensiver Schutzwaldsanierung konnte durch die Bergwaldoffensive im Jahr 2009 eine Reihe von Maßnahmen im Gebiet umgesetzt werden. Dazu gehörten u.a. Jungdurchforstung von Fichtenbeständen, Verjüngungshiebe, die Instandsetzung von Rückewegen und das Errichten erster Weiserflächen.

Jagdkonzept Sonnenköpfe

Jagdkonzept für 7 Projektgebiete der Bergwaldoffensive im Oberallgäu, Ausfertigung für das Projektgebiet Sonnenköpfe. Stand Dezember 2011.
Download Jagdkonzept Sonnenköpfe (pdf, 1,4 MB)

Partnergemeinde

Mit freundlicher Unterstützung der Marktgemeinde Oberstdorf (www.oberstdorf.de) und der Stadt Sonthofen (www.sonthofen.de)
Kontakt: Sonja Karnath
Mail: sonja.karnath@sonthofen.de

Ansprechpartner & Projektleiter

Jürgen Harsch
Mail: juergen.harsch@aelf-ke.bayern.de