Unsere Bergwälder sind ein einzigartiger Schatz der Natur. Sie bieten Erholung und Naturgenuss, sind Lebensraum für viele gefährdete Arten und ermöglichen zugleich die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zum wirksamen, wirtschaftlichen und landschaftsgerechten Schutz vor Naturgefahren.
Doch diese Wälder sind vom Klimawandel bedroht. Mit den steigenden Temperaturen ändern sich die Wuchsbedingungen für die Bergwälder und Schädlingsbefall, zum Beispiel durch Borkenkäfer, wird häufiger. Das trifft vor allem die dominierende Baumart in unseren Bergwäldern: die Fichte. Die Wälder im Alpenraum müssen daher rechtzeitig auf den Klimawandel vorbereitet werden.
Die Entwicklung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel ist zentral für die Klimavorsorgepolitik der Bayerischen Staatsregierung. Aus diesem Grund ist die Bergwaldoffensive Bestandteil des Klimaprogramms Bayern 2020. Die Anpassung der Bergwälder braucht drei Dinge:
- eine sachgerechte Pflege
- die Verjüngung mit den angepassten Baumarten des Bergmischwaldes und
- die Fortführung der Schutzwaldsanierung
Im Rahmen der Bergwaldoffensive werden daher die Maßnahmen zur Stabilisierung und nachhaltigen Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel intensiviert und im Einklang mit den Zielen der Alpenkonvention umgesetzt. Wo diese dringenden Maßnahmen nicht kostendeckend sind, brauchen Waldbesitzer finanzielle Hilfe. Für die Bergwaldoffensive werden aus dem Klimaprogramm bis zum Jahr 2011 zusätzlich 7,5 Millionen Euro bereitgestellt.
Download Flyer "Bergwald-Offensive - Schutz für unsere Bergwälder" (PDF, 0,7 MB)


Der Alpenraum wird von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark getroffen, das ist heute unbestritten. Naturgefahren wie Berg- und Felsstürze, Lawinen, Stürme, Hochwasser aber auch Schädlingsbefall nehmen zu, mit den steigenden Temperaturen ändern sich auch die Wuchsbedingungen für die Bergwälder.
Über 1,3 Millionen Menschen leben und arbeiten im bayerischen Alpenraum, rund 4,5 Millionen Urlaubsgäste sowie unzählige Tagesausflügler besuchen unsere einmalige Bergwelt. Sie alle - und auch die Bewohner im Voralpenraum - sind mehr denn je auf intakte und leistungsfähige Bergwälder angewiesen, die Schutz, Erholung und Lebensraum bieten und gleichzeitig den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern.
Von den rund 250.000 Hektar Bergwald in den bayerischen Alpen sind knapp zwei Drittel Schutzwald. Davon sind über 13.000 Hektar in ihren Funktionen beeinträchtigt. Seit vielen Jahren setzen wir uns ein, hier wieder gesunde und stabile Waldbestände aufzubauen. Gleichzeitig wollen wir nach dem Motto "Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen" neue kostenintensive Sanierungsmaßnahmen durch vorausschauende Pflege und rechtzeitige Waldverjüngung möglichst vermeiden. Auch an den Wald angepasste Schalenwildbestände sind dafür unverzichtbar.
Ziel der Bergwaldoffensive ist es, die Anstrengungen für zukunftsfähige Berg- und Schutzwälder nochmals deutlich zu verstärken. Dies gelingt aber nur, wenn alle Beteilligten, angefangen von den Waldbesitzern, den Jägern, der Alpwirtschaft und dem Naturschutz bis hin zu den Kommunen und Tourismusvertretern gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung an einem Strang ziehen.
Packen Sie mit an - es lohnt sich, für uns alle!
Helmut Brunner
Bayerischer Staatsminister
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten